Galifa: Zwölf Monate voller Fortschritte

Galifa: Zwölf Monate voller Fortschritte

René Eisner und Thomas Sammer über neue Produkte, die Zusammenarbeit in der Medical Vision Group und ihre Pläne für 2027.

easyK – Our new Keratoconus lens Reading Galifa: Zwölf Monate voller Fortschritte 9 minutes

Anfang 2025 übernahm die Medical Vision AG die Aktienmehrheit an der Galifa Contactlinsen AG. Im August 2025 folgte die Ernennung der neuen Geschäftsleitung um CEO René Eisner. Seither wird mit hohem Tempo an der Zukunft von Galifa und der Medical Vision Group gearbeitet. Neue Produkte, eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe und internationale Partnerschaften markieren die ersten zwölf Monate.

Im Gespräch ziehen René Eisner, CEO der Galifa Contactlinsen AG, und Dr. Thomas Sammer, Verwaltungsratspräsident von Galifa sowie CEO der Mediconsult AG und der Holdinggesellschaft Medical Vision AG, Bilanz.

Herr Eisner, wenn Sie auf die ersten zwölf Monate zurückblicken: Was hat dieses Jahr für Sie geprägt?

René Eisner: Die Verbindung von Aufbruch und Erfahrung. Wir haben neue Produkte eingeführt, unseren Auftritt erneuert und die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe intensiviert. Gleichzeitig konnten wir auf ein Team bauen, das Galifa und die Bedürfnisse unserer Fachpartner sehr gut kennt.

Mit Matjaz Grabner als COO und Patrick Luginbühl als CTO sind wesentliche Kompetenzen in der Geschäftsleitung vereint. Besonders freut mich, dass Veränderungen inzwischen konkret sichtbar werden – im Sortiment, in der Beratung und in unserer täglichen Zusammenarbeit.

Herr Sammer, welche Idee stand hinter der Mehrheitsübernahme Anfang 2025 – und wie weit sind Sie damit gekommen?

Thomas Sammer: Wir wollten die Kompetenz von Galifa in der Entwicklung und Fertigung individueller Kontaktlinsen mit den Möglichkeiten unserer Unternehmensgruppe verbinden. Mediconsult bringt insbesondere Erfahrung in der Diagnostik und enge Kundenbeziehungen mit. Daraus ergibt sich ein grosses Potenzial für eine umfassendere Betreuung unserer Fachpartner.

Seit der Übernahme arbeiten wir mit hoher Geschwindigkeit und Dynamik an dieser gemeinsamen Zukunft. Heute sehen wir erste Ergebnisse: gemeinsame Marktaktivitäten, eine engere Zusammenarbeit im Vertrieb und bereits realisierte Synergien in internen Funktionen. Aus der strategischen Idee wird gelebte Zusammenarbeit.

Sie sind Verwaltungsratspräsident von Galifa und zugleich CEO von Mediconsult sowie der Medical Vision AG. Wie unterscheiden sich diese Aufgaben in der Zusammenarbeit mit Herrn Eisner?

Thomas Sammer: Als Verwaltungsratspräsident von Galifa stehen für mich die langfristige Entwicklung und die Begleitung der Geschäftsleitung im Vordergrund. René Eisner führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Führungsteam. Als CEO von Mediconsult beschäftige ich mich auch mit den konkreten Möglichkeiten unserer Zusammenarbeit am Markt. Auf Ebene der Holding Medical Vision AG geht es darum, die Unternehmen und die gemeinsamen Strukturen der Gruppe weiterzuentwickeln.

Wichtig sind klare Verantwortlichkeiten und ein enger Austausch. So können wir gemeinsame Chancen nutzen und zugleich die besonderen Stärken von Galifa weiter ausbauen.

Ein Höhepunkt war die Kampagne zu easyK im Sommer 2026. Welche Bedeutung hat diese neue Linse für Galifa?

René Eisner: easyK steht für eine unserer zentralen Kompetenzen: individuelle Lösungen für anspruchsvolle Kontaktlinsenversorgungen. Mit easyK und easyK IC bieten wir anpassbare Geometrien für unterschiedliche Formen des Keratokonus und weitere komplexe Hornhautsituationen. Die Kampagne war deshalb ein wichtiger Meilenstein dieses ersten Jahres.

Für mich gehört zu einer kundenorientierten Lösung immer auch die Begleitung der Fachpartner. Entscheidend ist, dass sie die Möglichkeiten einer Linse verstehen und bei Fragen zur Anpassung kompetente Unterstützung erhalten.

Bereits Anfang 2026 kamen neue Tages- und Monatslinsen sowie eine neue Pflegemittelserie hinzu. Wie passt diese Erweiterung zur Spezialisierung auf individuelle Kontaktlinsen?

René Eisner: Unsere Kompetenz in individuellen Kontaktlinsen bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität. Mit den neuen Tages- und Monatslinsen ergänzen wir unser Angebot für weitere Tragebedürfnisse. Fachpartner können dadurch innerhalb des Galifa-Sortiments auf unterschiedliche Anforderungen eingehen.

Die Pflegemittel ergänzen dieses Angebot sinnvoll. Zur Versorgung gehören auch die passende Reinigung und Pflege sowie bei Bedarf die Augenbefeuchtung. Wir möchten unsere Fachpartner dabei unterstützen, diese Aspekte gemeinsam zu betrachten.

An der opti 2026 in München sind Galifa und Mediconsult gemeinsam aufgetreten. Was hat diesen Auftritt erfolgreich gemacht?

Thomas Sammer: Wir konnten zeigen, wie gut sich unsere Kompetenzen ergänzen. Diagnostik, Kontaktlinsen, Pflegemittel und Augenbefeuchtung wurden an einem gemeinsamen Stand erlebbar.

René Eisner: Für uns war die opti auch ein wichtiger gemeinsamer Schritt als Teams. Im direkten Kundengespräch lässt sich sehr konkret zeigen, wie die verschiedenen Angebote zusammenpassen. Der erfolgreiche Auftritt hat uns darin bestärkt, diese Zusammenarbeit im Alltag weiterzuführen.

Wo profitieren Kunden bereits von der engeren Zusammenarbeit der Vertriebsteams – insbesondere in der Schweiz und in Österreich?

René Eisner: Wir sehen erste Erfolge in einer ganzheitlicheren Kundenberatung. Ein Gespräch über Kontaktlinsenanpassung kann beispielsweise auch Fragen zur vorhandenen Diagnostik aufwerfen. Umgekehrt kann aus einer Beratung zu einem Diagnostiksystem der Bedarf entstehen, sich intensiver mit bestimmten Kontaktlinsenversorgungen zu beschäftigen. Dazu kommen die passenden Pflegemittel und die Augenbefeuchtung.

Unsere Teams können solche Zusammenhänge besser aufgreifen und gezielt die jeweiligen Fachpersonen einbeziehen. Der Nutzen für unsere Kunden liegt darin, dass die Beratung stärker vom gesamten Arbeitsablauf ausgeht.

Auch die neue Galifa-Webseite ist online. Was soll sie für Ihre Fachpartner leisten?

René Eisner: Mit der neuen Webseite machen wir die Weiterentwicklung von Galifa auch nach aussen sichtbar. Sie soll den Zugang zu unserem Sortiment, zu Produktinformationen und zu den richtigen Ansprechpartnern erleichtern.

Gerade bei einem wachsenden Angebot ist Orientierung wichtig. Fachpartner sollen sich rasch einen Überblick verschaffen und anschliessend gezielt mit uns ins Gespräch kommen können. Die Webseite ist damit ein wichtiger Zugang zu unserer fachlichen Beratung.

Ein Teil der Veränderungen findet hinter den Kulissen statt. Welche Fortschritte gibt es dort?

Thomas Sammer: Gemeinsam mit der Medical Vision AG haben wir bereits Synergien im Qualitätsmanagement sowie in den Bereichen Finanzen und HR realisiert. Wir nutzen Wissen innerhalb der Gruppe und stimmen Abläufe enger aufeinander ab.

Ein nächster Schritt sind gemeinsame Softwaresysteme. Für Anfang 2027 ist der Abschluss der Einführung von Improve im Qualitätsmanagement und Abacus im HR-Bereich vorgesehen. Damit schaffen wir die Grundlage für weitere Synergien, konsistentere Informationen und weniger Doppelarbeit. Solche Projekte sind nach aussen wenig sichtbar, für eine leistungsfähige Organisation aber sehr wichtig.

Galifa konnte neue Mitarbeitende gewinnen. Welche Rolle spielt das Team für die weitere Entwicklung?

René Eisner: Eine entscheidende. Neue Produkte und neue Partnerschaften brauchen Menschen, die sie entwickeln, begleiten und im Alltag mit Leben füllen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir neue Mitarbeitende gewinnen konnten und unsere Kompetenz weiter ausbauen.

Dabei ist mir das Zusammenspiel von langjähriger Erfahrung und neuen Perspektiven besonders wichtig. Wissen weiterzugeben und gleichzeitig offen für andere Herangehensweisen zu bleiben, ist eine Führungsaufgabe. Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, die diese intensive Phase mittragen und gestalten.

Bei so vielen Projekten gleichzeitig: Was ist die grösste Herausforderung für die Führung?

René Eisner: Klar zu priorisieren. Produktentwicklungen, Marktaktivitäten und interne Veränderungen beanspruchen teilweise dieselben Menschen. Gleichzeitig muss das Tagesgeschäft zuverlässig funktionieren.

Wir müssen deshalb immer wieder entscheiden, was jetzt den grössten Nutzen bringt und welche Voraussetzungen zuerst geschaffen werden müssen. Dazu gehört, Veränderungen verständlich zu erklären und Rückmeldungen aus den Teams ernst zu nehmen. Tempo entsteht auch dadurch, dass alle wissen, worauf es gerade ankommt.

Sie treiben auch die Internationalisierung voran. Was bedeuten die ersten Partnerschaften für Deutschland und Italien?

Thomas Sammer: Sie sind ein erfreulicher Schritt beim weiteren Ausbau unseres internationalen Partnernetzes. Für Deutschland und Italien konnten wir erste Partnerschaften schliessen und damit zusätzliche Möglichkeiten für die Marktbearbeitung schaffen.

Entscheidend ist für uns die Qualität der Zusammenarbeit. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten brauchen wir Partner, die ihren Markt kennen und unsere fachlichen Ansprüche teilen. Die nächste Aufgabe besteht darin, diese Beziehungen sorgfältig zu entwickeln und die Partner gut zu unterstützen.

Welche Bedeutung haben persönliche Beratung und Weiterbildung in dieser Wachstumsphase?

René Eisner: Mit einem breiteren Sortiment steigt auch die Bedeutung einer guten fachlichen Orientierung. Unsere Fachpartner müssen beurteilen können, welche Lösung für welche Anforderung geeignet ist und wo sie Unterstützung erhalten.

Deshalb gehören für mich Produkt, Beratung und Wissenstransfer eng zusammen. Ebenso wichtig ist der Rückweg: Rückmeldungen aus der Anpasspraxis helfen uns, Produkte und Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Diesen Austausch möchten wir weiter stärken. Die Nähe zu unseren Fachpartnern ist eine wesentliche Stärke von Galifa.

Woran möchten Sie den Erfolg der neuen Aufstellung künftig messen?

Thomas Sammer: Wirtschaftliche Entwicklung gehört selbstverständlich dazu. Ebenso wichtig sind verlässliche Abläufe, die Zufriedenheit unserer Kunden und die Entwicklung unserer Mitarbeitenden.

Zum Abschluss der Blick nach vorne: Worauf dürfen sich Kunden und Partner 2027 freuen?

René Eisner: Wir planen weitere innovative Produktvorstellungen und möchten unser Angebot gezielt weiterentwickeln. Dabei werden uns die Erfahrungen aus den diesjährigen Einführungen und Kampagnen sowie der Austausch mit unseren Fachpartnern begleiten. Zu den einzelnen Neuheiten möchten wir heute noch nicht zu viel verraten – aber es gibt einiges, auf das wir uns freuen.

Thomas Sammer: Zusätzlich wollen wir die Zusammenarbeit im Bereich Logistik vertiefen. Zusammen mit den gemeinsamen Systemen im Qualitätsmanagement und im HR-Bereich eröffnet das weitere Möglichkeiten für die Gruppe. Auch die internationale Entwicklung werden wir vorantreiben.

Die ersten zwölf Monate haben gezeigt, was wir gemeinsam bewegen können. Darauf bauen wir auf – mit viel Energie und grosser Vorfreude auf 2027. Unsere Kunden, Partner und Mitarbeitenden dürfen sich auf weitere spannende Neuigkeiten freuen.

René Eisner

René Eisner

René Eisner ist seit August 2025 CEO der Galifa Contactlinsen AG, bei der er zuvor den Vertrieb und den Aussendienst verantwortete. Der 1975 im österreichischen Voitsberg geborene Optiker bringt Erfahrung aus dem Augenoptik-Fachhandel und dem Kontaktlinsenvertrieb mit.

Auch im Sport hat er sich einen Namen gemacht: Er leitete Spiele der österreichischen Fussball-Bundesliga und gehörte von 2010 bis 2015 der Liste der FIFA-Schiedsrichter an. Darüber hinaus war er als Fussballtrainer tätig. Mehr zu seinem Werdegang im Wikipedia-Eintrag zu René Eisner .

Dr. Thomas Sammer

Dr. Thomas Sammer

Dr. Thomas Sammer ist Verwaltungsratspräsident der Galifa Contactlinsen AG sowie CEO der Mediconsult AG und der Medical Vision AG, der Holdinggesellschaft hinter der Medical Vision Group. Diese übernahm Anfang 2025 die Aktienmehrheit an Galifa.

Sein Fokus liegt auf der strategischen Entwicklung der Unternehmensgruppe und der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen.